Lebens- und Trauerhilfe e.V. Düren

Trauernde brauchen Trost

Für mich als Mitbegründer der Dürener Hospizbewegung ist es ein Herzensanliegen, für kranke, sterbende und trauernde Menschen da zu sein und selbst hospizlich und abschiedlich zu leben.

Die Sorge um die körperlichen, seelischen, sozialen und spirituellen Wünsche und Bedürfnisse von Menschen in Lebens- und Trauerprozessen verbindet die Hospizbewegung Düren-Jülich e.V. mit dem Lebens- und Trauerhilfe e.V. ideell und in der praktischen Kooperation seit 13 Jahren. Der Lebens- und Trauerhilfe e.V. ist für alle Menschen da, die nach dem Tod eines lieben Menschen, Trost, Hilfe, Begleitung und Unterstützung – die Lebens- und Trauerhilfe suchen – gleich welcher Religion und Konfession. Die Bedürfnisse der Trauernden haben für uns oberste Priorität. Sie sind Ausgangspunkt und Ziel unserer Arbeit.

Die enge und effektive Zusammenarbeit mit der Hospizbewegung Düren-Jülich als Kooperationspartner beruht auf der Absprache, dass die „Hospizler/innen“ die Sterbenden und ihre Angehörigen in der letzten Lebensphase vor dem Tod begleiten und wir dann nach dem Tod die Begleitung der Trauernden in Einzel- und Gruppengesprächen ermöglichen. Sicherlich gibt es da auch Überschneidungen und ähnliche „Schnittmengen“, trotzdem ist es wichtig, dass der hospizliche Begleiter nicht der Trauerbegleiter nach dem Tod eines Menschen ist. Das ist besonders in schwierigen Trauersituationen nötig: z.B.: nach dem Tod eines Kindes, nach Suizid, nach einem plötzlichen Unfall oder Sekundentod, wo keine Verabschiedung möglich war.

Trauer hat viele Gesichter. Sie ist immer Reaktion auf Verluste im Prozess eines Lebens in den 4 Dimensionen der hospizlichen Säulen. Trauer ist keine Krankheit, kann aber krank machen. Der Trauerschmerz erfordert seelische, geistige und körperliche Schwerstarbeit: nämlich Trauerarbeit. Das Chaos der Gefühle muss geordnet, das Leben ohne den geliebten Menschen weiter gelebt werden. Oft ist das Leben aus der vertrauten, geregelten Bahn geworfen, nichts ist mehr wie es war…… In solchen Situationen ist es hilfreich, wenn Hospizler/innen auf Angebote des Lebens- und Trauerhilfe e.V. verweisen.

Unsere Kooperation bezieht sich aber nicht nur auf die Einzelfallhilfe in Lebens-, Sterbe- und Trauersituationen, sondern auch auf gemeinsame Fortbildungsveranstaltungen für die ehrenamtlichen Mitarbeiter/innen der beiden Vereine. So wurden z.B. Trauerbegleiter/innen für das Trauercafe auf dem Dürener Friedhof und für das Angebot der Hospizbewegung „Trauerspaziergang in Jülich“ gemeinsam ausgebildet für ihren Einsatz in der Begleitung trauernder Menschen. Das Projekt  „Hospiz macht Schule“ von der Hospizbewegung wurde erweitert und ergänzt durch 2 Trauerkoffer für Kinder und Jugendliche, die vom Lebens- und Trauerhilfe e.V. für Lehrer und Erzieher in Kindergärten, Grundschulen und weiterführenden Schulen zusammengestellt und zur Ausleihe zur Verfügung gestellt werden.

Bei Festen und kulturellen Events, wie Stadtfest oder Ausstellungen, gibt es wechselseitige Unterstützung in finanzieller und personeller Hinsicht. Das wurde besonders bei der Ausstellung „Ein Koffer für die letzte Reise“ in der Dürener Marienkirche deutlich im September 2012, wo Hospizler/innen in der Kirche Aufsicht führten und den Abend mit der Chansonsängerin Petra Afonin gemeinsam erleben durften, ebenso die meditativ-spirituellen Abende mit der Künstlerin Marianne Haas, um nur einige Veranstaltungen exemplarisch zu nennen. Außerdem ist der Lebens- und Trauerhilfe e.V. mit seinen ehrenamtlichen Trauerbegleiter/innen in der palliativen Versorgung sterbender Menschen im Ambulanten Hospiz- und Palliativzentrum des Kreises Düren als Kooperationspartner aktiv beteiligt.

Als Projekt im Jahre 2013 ist an eine „Verortung“ der Spiritualität in der Spezialisierten Ambulanten Palliativen Versorgung (SAPV) gedacht mit den Palliativärzten und Fachkräften der palliativen Pflege im Kreis Düren.

Als 1. Vorsitzender des Lebens- und Trauerhilfe e.V. danke ich der Hospizbewegung Düren-Jülich e.V. für gute und partnerschaftliche Zusammenarbeit zum Wohle kranker, sterbender und trauernder Menschen und hoffe auf neue Projekte der Kooperation mit dem Ziel, Trost und Hoffnung für Sterbende und Trauernde zu suchen und zu finden.

Pfarrer Toni Straeten
1. Vorsitzender Lebens- und Trauerhilfe e.V.